Samstag, 9. Dezember 2017

Alternativ jul. Erich Kästners ”Morgen, Kinder, wird’s nichts geben”



”Mein Heini! Morgen ist nun Advent, der erste, den wir nicht zusammen feiern. Wie wird es meinem Jungen gehen? Ich werde in Gedanken bei Dir sein. Und am Nachmittag um fünf, da wirst du auch einmal an Deine Mutter denken, nicht wahr? Ich stecke dann die Adventslichter an. Das dicke Rote kommt zuerst dran. Tante Marie und Johannes wollen am Abend zu mir kommen, damit ich nicht so allein bin. In diesem Jahre werde ich nach den Lichtern die Sonntage abzählen, bis mein Heinrich nach Hause kommt. Und dann ist Weihnachten. Darauf freut sich so sehr Dein Dich liebendes Muttchen” (Erster Advent im Internat)

I år har jeg valgt alternativ litterær adventskalender: en kort Erich Kästner-tekst daglig. I Kästner-antologien Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!, har forlaget samlet ulike Kästner-tekster, både lyrikk og kortprosa, som alle – på en eller annen måte – handler om adventstid og jul. Selv om mange av tekstene beskriver førjulsglede, den ulidelige spenningen før gavene kan pakkes ut, god julemat og betydningen av juletradisjoner, kommer også julas skyggeside til uttrykk: barn som pakker ut gavene og samtidig observerer foreldrenes reaksjon, redd for å gjøre noe som kan utløse sinne eller krangel; barn som tilbringer en ensom adventssøndag på internatskole og lenger hjem; og barn som vet at familien er for fattig til at det kan bli noen julegaver. 


 


Alle som har lest Kästner, vet at teksten når som helst kan tippe over i det motsatte, gjennom ironi, satire eller politisk kritikk. Kästner leser man på tå hev. Som når han skriver om den gamle julesangen Morgen, Kinder, wirds was geben (også kjent under tittelen Weihnachtsfreude; her kan man høre sangen) til en bitter politisk satire:

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Morgen, Kinder, wird's nicht geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht so weit
Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.
[…]

Andre tekster bærer preg av 20- og 30-tallets økonomiske krise og skremmende politiske utvikling. I diktet Brief an den Weihnachtsmann er det ikke ønsker om harde pakker som er temaet, men en fortvilet bønn til julenissen om å ordne opp i den politiske utviklingen:

Lieber, guter Weihnachtsmann,
weißt du nicht, wie’s um uns steht?
Schau dir mal den Globus an.
Da hat einer dran gedreht.

[…]

In den Straßen knallen Schüsse.
Irgendwer hat uns verhext.
Lass den Christbaum und die Nüsse
diesmal, wo der Pfeffer wächst.

Auch um Lichter wär es schade.
Hat man es dir nicht erzäht?
Und bring keine Schokolade,
weil uns ganz was andres fehlt.

[…]

Und nach München lenk die Schritte,
wo der Hitler wohnen soll.
Hau dem Guten, bitte, bitte,
den Germanenhintern voll.

Komm und zeige dich erbötig
und verhau sie, dass es raucht!
Denn sie haben’s bitter nötig.
Und sie hätten’s längst gebraucht.

Komm, erlös uns von der Plage,
Weil ein Mensch das gar nicht kann.
Ach, das wären Feiertage,
lieber, guter Weihnachtsmann!

I min adventskalender er det i år altså en Kästner-tekst hver dag. Noen dager klassisk førjulsstemning, noen dager humoristiske skisser – og noen dager blir julestemningen sittende fast i halsen. Hver dag slår det meg hvor aktuell Kästner er. Og at ett av mine nyttårsforsett for 2018 skal være å lese mer Erich Kästner. 
Liebe Mutter! […] Ich habe am Sonntag um fünf auch an Dich gedacht. Ich habe gedacht: Jetzt zündet sie das rote Licht an. Und ich habe im Geiste so richtig gesehen, wie Du das machst. Hat es wieder Wachsflecke auf dem Tischtuch gegeben? (Erster Advent im Internat).

Erich Kästner: Morgen, Kinder, wird’s nichts geben! Mehr oder weniger Weihnachtliches (dtv 2015)

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